Ich weiß, was Du vor 18 Jahren getan hast: Mein Kind wird erwachsen

Der Abend, an dem alles begann

Ich weiß, was Du vor 18 Jahren getan hast - nein, das weiß ich natürlich nicht. Aber ich weiß noch genau, vor 18 Jahren habe ich die Serie Men in Trees geschaut – großartig – und einen Zucchinipfannkuchen mit Schafskäse gegessen. Dann begannen die Wehen. Weihnachten und Silvester waren vorbei, und nun stand ich vor der Geburt meines ersten Kindes – am armenischen Heiligabend.

Die Hebamme beruhigte uns, dass noch Zeit sei. Ich wanderte die ganze Nacht durchs dunkle Wohnzimmer, wollte allein sein, habe getigert – jetzt verstehe ich diesen Ausdruck. In den frühen Morgenstunden ging es dann ins Geburtshaus Sommerstraße. Alles war geplant, alle Kurse besucht, ich fühlte mich vorbereitet und umsorgt. In Sicherheit.

Doch dann die ernüchternde Aussage: „Das war erst der Anfang.“ Ich konnte mir nicht vorstellen, dass es noch schwerer wird. Und tatsächlich ging es dann nicht mehr weiter, Stillstand, ein Notkaiserschnitt im St. Joseph Stift. Mein erster Kaiserschnitt, mein erstes Kind. Es geht uns gut.

Das erste Zuhause als Familie

Wir haben ein Familienzimmer. Unser Wunder ist da.

Wir haben uns dieses Kind so sehr gewünscht, so lange darauf gewartet, so viel dafür getan. Nun ist es da. Unser Engel.

Die Zeit im Krankenhaus fand ich anstrengend. Ich habe an einem Tag gezählt: 15 Personen sind in unserem Zimmer gewesen: Von Essensplanung über Schwestern, Ärzte, Hebammen, Fotografen bis zur Reinigungskraft. Und ich sollte mich beim Stillen entspannen. Wie denn hier - das ist wie Sex auf dem Bahnhofsvorplatz! Ich war angestrengt und genervt. Die Narbe tat weh und im Nachhinein weiß ich, es hätte mir sehr geholfen, wenn mir jemand gesagt hätte: ja, heute tut es sehr weh, morgen vielleicht auch noch, vielleicht ist es morgen schon besser und übermorgen ist es bestimmt besser! Ich dachte, es dauert ewig, konnte mir nicht vorstellen, wie schnell der schlimme Schmerz nachlässt. Wir haben uns früh „auf eigenes Risiko“ entlassen - endlich zu Hause, endlich in meinem „Wochenbett“. Besuche von unserer so souveränen und beruhigenden Hebamme. Wir sind sehr dankbar. Wir sind sehr glücklich.

Dieses erste Kind ist heute 18 Jahre alt.

Was es bedeutet, dass ein Kind erwachsen wird

Was macht es mit mir, wenn das Kind plötzlich kein Kind mehr ist, sondern erwachsen?

Es wird immer mein Kind sein, mein Erstgeborenes.

Ich bin melancholisch, ich sehe Fotos, die Jahre rauschen vorbei, die Urlaube, die Meilensteine - wie schön ich war. Jetzt fühle ich mich alt.

Aber ich fühle mich auch stolz, darauf, dass ich mich getraut habe, dass ich die Verantwortung übernommen habe und bis heute und für immer und ewig übernehmen werde. Ich bin stolz, die Mutter dieses Kindes zu sein.

Ich habe bestimmt vieles falsch gemacht, viele Fehler gemacht, aber ich habe vieles auch richtig gut gemacht. Ich habe mir Mühe gegeben und bin als Mutter so gut, wie ich sein kann.

Ich habe nie zuvor so viel geliebt und Verbundenheit gespürt. Ich bin noch nie zuvor so beschimpft, verletzt und belogen worden. Ich habe viele Dinge getan und tun müssen, die ich mir vorm Muttersein niemals hätte ausmalen können, sie je zu tun oder damit in Berührung zu kommen in meinem Leben. Ich bin viel stärker, als ich es wusste. Und viel erschöpfter, als ich dachte, dass es möglich ist.

Ich mache mir Sorgen, ich habe Hoffnung.

Die Zukunft macht mir Angst, ich bemühe mein Motto: Jetzt& hier. Und mein Mantra: հիմա (Jetzt!).

Gedanken über die Zukunft

Ich bin gespannt darauf, was jetzt kommt.

Wie geht es jetzt weiter? Wie verändert sich mein Leben, unser Leben.

Vielleicht nicht sofort, aber ein neuer Abschnitt beginnt. Die nächste Generation.

Wie wird sich unsere Beziehung, unsere Rollenverteilung verändern, zwischen Erwachsenen und wenn ich wirklich älter und alt werde?

Wie geht unser Leben immer weiter auseinander und wo treffen wir uns - zu Weihnachten? Besuche oder Urlaube oder im Alltag?

Wie nehme ich mich immer weiter zurück oder wo bin ich weiter gefordert und wieviel möchte ich weiter gefordert sein? Und natürlich bin ich auch so wahnsinnig neugierig, wie geht das Leben weiter für mein erwachsenes Kind? Was sind meine Vorstellungen und was ihre?

Ich habe keine Antworten und suche sie heute auch nicht. Die Fragen allein schwirren mir im Kopf herum und das ist richtig so für heute, für diesen Tag.

Es kütt wie es kütt, sagt der Rheinländer. Schicksal, Lebenswege - wir wissen es nicht. Manchmal bete ich, für Frieden und Gesundheit, für unsere Familie und für jeden einzelnen.

Vergleich mit dem eigenen Erwachsenwerden

Ich erinnere mich auch an meinen 18. Geburtstag - an die Party tatsächlich nicht wirklich, da erinnere ich mich eher an meinen 16….erinnere mich, wie es mir damals ging, was vor mir lag: die weit verbreiteten Meilensteine Abitur, fester Freund und Führerschein…ich fühlte mich sehr erwachsen und war voller Vorfreude „Ich will alles, ich will alles und zwar sofort“….

Wünsche für mein Kind

Aber wie ist es heute? Ich sehe unterschiedliche Wege und muss lernen auch diese zu akzeptieren. Alles wird gut. Und es wird richtig sein, so wie es ist.

Die Lebenssituation heute empfinde ich als bedrohlich. Und das tut mir so wahnsinnig leid für die heute 18-jährigen. Post von der Bundeswehr, Trump und Putin, A*D, Klimakatastrophe ….bei uns war es AIDS, Golfkrieg und Tschernobyl , oder?

Also wieder, es nützt ja nichts: Jetzt & hier!

Ich wünsche dem Kind dasselbe wie vor 18 Jahren: nur das Beste!

Ich wünsche Dir Frieden, Gesundheit, Liebe & Glück. Mein über alles geliebtes Kind. Happy Birthday.

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