7 Gedanken: Mein Juni 2026

Am Werdersee: Hochsommer im Juni

Normalerweise schreibe ich hier den klassischen Monatsrückblick, Kapitel für Kapitel, Foto für Foto. Diesen Monat probiere ich etwas anderes: das Format der "7 Gedanken", das Linda Kunze für sich entwickelt hat. Kein Rückblick auf das, was ich veröffentlicht habe, sondern sieben Gedanken, die aus dem Juni geblieben sind, mal ein ganzer Satz, mal nur eine Szene, mal eine Frage:

Eine Hitzewelle, die mich wütend macht.

Ein Pudel, der mich an Goethe erinnert.

Ein Satz einer Mutter, der mir bis heute nachgeht

Und ein Geständnis.

Der Juni hat mich sichtbarer gemacht als sonst: Ich habe über mich selbst geschrieben und meine drei wichtigsten Werte aufgeschrieben, und es hat mir richtig Spaß gemacht, so persönlich zu werden.

Genau das versuche ich jetzt auch hier: teilen statt für mich behalten. Bin gespannt, was bei dir davon hängen bleibt.

Gedanke 1 - 36 Grad, und es wird noch heißer

Über 37 Grad im Juni, das hatten wir in Bremen noch nie. Ihr habt doch auch an diesen Song gedacht, oder? Ich hatte ihn wirklich den ganzen Tag als Ohrwurm im Kopf 😅: "36 Grad, und es wird noch heißer." 2raumwohnungs "36 Grad". Es ist heiß, ich hänge in den Seilen, unsere Infrastruktur ist dafür nicht vorbereitet. Wenn ich in den Süden in den Urlaub fahre, buche ich ein Schlafzimmer mit Klimaanlage, mache tagsüber mehrere Stunden Siesta, habe geschlossene Fensterläden und kalte Fliesen als Fußboden überall. Hier habe ich nicht mal Vorhänge, um die Mittagssonne abzuhalten, und habe Tischdecken in die Fenster gehängt. Bleibt es eine Ausnahme, oder müssen wir sommerlich aufrüsten? Fassadenbegrünung, flexiblere Arbeitszeiten, wenigstens einen Deckenventilator besorgen? Dann denke ich an meine Kinder. In zehn Jahren werden wir uns an den Sommer 2026 erinnern als die Zeit, in der die Hitze noch auszuhalten war. Wir wissen, was los ist, und wir tun trotzdem nichts gegen diese Klimakatastrophe. Wie kann das sein, bei so viel Schwarmintelligenz, Technologie und Know-how? Warum ist gesunder Menschenverstand nicht genug? Das macht mir Angst, und es macht mich wütend.

Gedanke 2 - Des Pudels Kern

Unser Kleinpudel wird größer, ich sehe die ganze Stadt nur noch voller Pudel und ich kriege das Zitat nicht mehr aus dem Kopf: "des Pudels Kern". Klar, Goethe, aber wie war das noch?

Im "Faust" läuft Faust auf einem Spaziergang ein schwarzer Pudel zu, der sich am Ende in Mephisto verwandelt. Als der Teufel sein wahres Gesicht zeigt, ruft Faust: "Das also war des Pudels Kern!" Seitdem steht die Redewendung dafür, endlich zu erkennen, worum es eigentlich geht, hinter einer harmlosen Oberfläche.

Gedanke 3 - Warum ich das hier eigentlich mache

Manchmal denke ich, ich könnte auch gut den ganzen Tag im Gemüsebeet rummuddeln und Blumen für die Vase schneiden. Ich liebe es! Es ist wie bewegte Meditation für mich: körperlich so anstrengend, dass der Kopf endlich zur Ruhe kommt.

In meinem Newsletter habe ich neulich geschrieben: Zeit, dass ich mich mal ordentlich vorstelle - persönlich, nicht nackig. Genau das habe ich gemacht, in den beiden Artikeln Über mich und Meine 3 wichtigsten Werte. Warum mache ich das hier eigentlich - das Elterncoaching, das Bloggen, das Posten, das Verkaufen, mich weiterbilden, Neues ausprobieren? Es geht ums Geld, klar, ich finde es super selbstständig zu sein, und verdiene sehr gern Geld. Ich liebe es, in Kontakt zu sein und zu netzwerken. Aber am meisten geht es darum, dass ich nie aufhöre, Kommunikation zu lernen: zu verstehen und auszuprobieren, was passiert, wenn ich etwas anders mache und bewusst reflektiere. Und ich merke, je persönlicher ich werde, desto eher finden mich meine “Traumkunden”, die wirklich mit mir zusammenarbeiten wollen.

Gedanke 4 - Ein Satz

Eine Mutter hat mir nach unserem letzten Gespräch gesagt, was für sie anders war als bei allem, was sie vorher versucht hatte: "Du hast nicht so getan, als ob du die Antwort schon kennst." Ich habe mich sehr darüber gefreut. Genau das will ich auch im Juli wieder sein: jemand, die nicht so tut, als hätte sie die Antwort schon. 🩷

Gedanke 5 - Das Prada-Täschchen war mir plötzlich egal

Beitragsbild zu: Damit habe ich als Mutter nicht gerechnet

Irgendwann habe ich gemerkt, dass sich meine Werte verschoben haben. Das Prada-Täschchen war mir plötzlich egal 😉. Genau darüber habe ich meinen eigenen Beitrag zur Blogparade geschrieben, die ich Mitte Juni gestartet habe. Sie läuft noch bis zum 2. August, und ich bin richtig gespannt und freue mich auf die Geschichten. Ob sie ähnlich wie meine Erfahrungen sind oder ganz anders?

🩷 Mach mit bei der Blogparade!
"Damit habe ich als Mutter nicht gerechnet", meine Blogparade läuft noch bis zum 2. August 2026. Schreib einen Blogartikel, hinterlasse einen Kommentar oder mach auf Instagram mit dem Hashtag #CheerleadingMutter mit.
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Gedanke 6 - Mein Geständnis

Mein Teenager sagt irgendetwas, das mich sofort triggert. Ich merke es körperlich, bevor es mir bewusst wird: mir wird warm, es steigt mir den Rücken hoch. Und dann reißt mir die Zündschnur. Elterncoachin sein und gleichzeitig zugeben, dass ich manchmal noch die Kontrolle verliere: Lange klang das für mich nach Widerspruch, nach Unglaubwürdigkeit. Ich habe einen ganzen Artikel darüber geschrieben, weil ich glaube, dass genau dieser Widerspruch ehrlicher ist als jedes glatte Expertenbild. Auslöser für dieses Geständnis war mein Ergebnis aus meinem ersten (!) Freebie: Ich bin ein Vulkan. Falls du dein eigenes Muster kennenlernen willst:"Konfliktmuster. Das Quiz für Eltern". Hier geht's zum Quiz. Und wenn ich von Transparenz aus dem Konzept der Neuen Autorität im Elterncoaching spreche, dann möchte ich auch transparent sein. Meine Erfahrungen sind bisher sehr positiv, immer wenn ich mich getraut habe, etwas zu erzählen, zu fragen oder um etwas zu bitten, vor dem ich Bammel hatte.

Gedanke 7 - zwei Fragen

Die eine, aus meinem eigenen Blogparade-Aufruf: Womit hast du nicht gerechnet, seit du für jemanden Verantwortung übernimmst?

Die andere ist grundsätzlicher: Was heißt es eigentlich, Verantwortung zu übernehmen? Was ist der Unterschied zwischen Schuld und Verantwortung? Wenn Politiker*innen das sagen, klingt es oft nach einer Formel. Wenn es heißt, Eltern sind verantwortlich, klingt es oft nach Vorwurf. Für mich macht eine Unterscheidung aus meinem Werte-Artikel den Unterschied: Schuld fragt "Wer hat Fehler gemacht?". Verantwortung fragt "Was tue ich jetzt?".

Die Frage, die ich mit in den Juli nehme, für mich und vielleicht auch für dich: Wo trägst du gerade Schuld herum, wo du eigentlich Verantwortung übernehmen könntest?


Wenn du Lust hast, mir Feedback zu geben oder dich auszutauschen, freue ich mich sehr über deine Nachricht oder deinen Kommentar hier direkt unter diesem Artikel 👇 oder auf Instagram

Oder per Mail:sona@terlohr-coaching.de

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Die Blogparade läuft bis 2. August 2026.

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Sona Terlohr

Sona Terlohr, M.A. (sie/ihr)

Elterncoach | Systemische Präsenz & Neue Autorität

ÜBER MICH: Ich begleite Eltern in herausfordernden Familiensituationen mit Klarheit, Beziehung und Haltung. Ich liebe es, echte Gespräche zu führen, die etwas in Bewegung bringen – im Coaching, in Workshops, im Netzwerk. Und hier in meinem Blog. Seit 2025, nach Abschluss meiner Weiterbildung am Institut Weinheim bei Dennis Haase, liegt mein Schwerpunkt auf Elterncoaching nach Neuer Autorität.

Manchmal beginnt Veränderung genau in dem Moment, in dem du aufhörst zu kämpfen – und anfängst, präsent zu sein.

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