DAMIT HABE ICH ALS MUTTER NICHT GERECHNET: Ergebnisse meiner Blogparade 2026
Am 19. Juni habe ich zur Blogparade aufgerufen: Damit habe ich als Mutter nicht gerechnet. Sieben Wochen lang kamen Kommentare und Artikel rein. Als Elterncoachin hat mich dabei vor allem eine Frage umgetrieben: Was macht es mit uns, wenn Elternsein anders läuft, als wir es uns vorgestellt hatten? Ich wollte wissen, was passiert, wenn wir uns wirklich hinsetzen und aufschreiben, was uns bisher keiner gefragt hat. Eine Menge!
Die Antworten haben mich berührt. Und es ist einfach irre, wie unterschiedlich die Erzählungen zu dieser einen Frage sind. Niemand von uns war wirklich vorbereitet - und genau das verbindet uns.
Diese Beiträge sind bei meiner Blogparade entstanden
Jenny Macholdt: Du darfst fühlen, du musst nicht funktionieren
Susanne Burzel: Sprachlos im Diagnostik-Gespräch
Saskia Aouci-Karagil: Meine Kinder zeigen mir meine Grenzen
Doro Benker: Was Kinder uns lehren
Stéphanie: Wenn die Familienzeit sich verändert
LMR: Was Grenzen über uns selbst verraten
Mark Senn: Auch als Papa rechnet man nicht damit
Lusine Babek-Karapetyan: Vertraut eurer inneren Stimme
Sona Terlohr (eigener Beitrag): Damit habe ich als Mutter nicht gerechnet - als mir das Prada-Täschchen egal wurde
JENNY: DU DARFST FÜHLEN, DU MUSST NICHT FUNKTIONIEREN
Jenny hat mir mit ihrem Beitrag “Muttersein: Damit habe ich nicht gerechnet” einen Satz geschenkt, den ich seitdem im Coaching weiterreiche: 2 Uhr nachts, auf dem Teppich sitzen, weil das Kind einfach wach ist.
Wer das kennt, kennt auch dieses Gefühl: als müsste man tapfer weiterfunktionieren, weil doch alle anderen das auch irgendwie hinkriegen.
Tun sie nicht. Das ist ja genau der Punkt dieser Blogparade.
SUSANNE: SPRACHLOS IM DIAGNOSTIK-GESPRÄCH
Susanne hat sich einen einzigen Moment aus vielen herausgepickt, der für ihre Familie zur Grundlage jahrelanger Recherche wurde: Sprachlos im Diagnostik-Gespräch.
Die einzige Empfehlung im Raum: Medikamente. Kein Wort mehr dazu.
Genau das ist für mich der Kern dieser Blogparade. Nicht die großen Ankündigungen, sondern die Momente, in denen uns als Mutter buchstäblich die Worte fehlen. Ihre sieben Impulse am Ende habe ich mir aufgeschrieben, besonders den mit dem Bauchgefühl.
SASKIA: MEINE KINDER ZEIGEN MIR MEINE GRENZEN
Saskia hat keinen eigenen Blog, deshalb hat sie ihren ganzen Text als Kommentar unter meinem Aufruf hinterlassen. Sie ist Yogalehrerin und hat inliebewachsenbremen.de gegründet. Ihre zwei Töchter haben ihr auf ganz unterschiedliche Weise gezeigt, wo ihre Grenzen liegen, nicht weil die Kinder sie dorthin gebracht haben, sondern weil sie das, was schon da war, einfach sichtbar gemacht haben.
Beim Lesen musste ich oft nicken. Und manche Erinnerung hat mich direkt wieder ins Schwitzen gebracht.
Ihren Beitrag findest du in voller Länge hier in den Kommentaren unter meinem Blogparaden-Aufruf.
DORO: WAS KINDER UNS LEHREN
Doro ist Lerncoach für Eltern von Schulkindern und hat für die Blogparade über “Lernen von Kindern” geschrieben.
Genau das ist für mich der Punkt dieser Blogparade: nicht mal eben schnell zum "abhaken", sondern innehalten, nachspüren, sich erinnern und wirklich genauer hinschauen, was mit uns passiert ist, seit wir Mütter oder Väter geworden sind.
STÉPHANIE: WENN DIE FAMILIENZEIT SICH VERÄNDERT
Stéphanie hat keinen Blog, aber einen sehr genauen Moment: wie schwer es ihr fällt, dass ihr Kind mit fünfzehn immer selbstständiger wird und die gemeinsame Familienzeit sich verändert. Dieses Loslassen, das man nicht plant, sondern das einfach passiert.
Das kenne ich als Mutter bald erwachsener Kinder auch. Der Rucksack ist gepackt, und jetzt kommt die Zeit, in der wir schauen, was davon hält.
LMR: WAS GRENZEN ÜBER UNS SELBST VERRATEN
LMR hat unter dem Aufruf kommentiert und eine Beobachtung geteilt, die wir wahrscheinlich alle dick unterstreichen könnten und sollten: wie viel Wohlwollen und Verständnis in Momenten möglich ist, die einen eigentlich an die eigenen Grenzen bringen.
Das lässt sich, finde ich, nicht nur auf Kinder anwenden.
MARK: AUCH ALS PAPA RECHNET MAN NICHT DAMIT
Mark aus Hamburg hat als einer von wenigen Vätern mitgeschrieben: der Traum vom Alfa Romeo, der gegen die Realität einer Familienkutsche verblasst. Und dahinter die ernsteren Fragen: Was investiere ich in die Beziehung zur Frau, die ich als Mutter nie gesehen habe? Wie verändert sich mein Blick auf den Job, der jetzt eine Familie mitträgt?
Schön, dass auch Väter mitgemacht haben. Genau dafür ist diese Blogparade gedacht.
LUSINE: VERTRAUT EURER INNEREN STIMME
Lusine hat unter meinem eigenen Beitrag kommentiert, und dass ausgerechnet sie das getan hat, hat mich richtig glücklich gemacht. Sie kam vor acht Jahren als Studentin aus Armenien nach Deutschland und wollte die perfekte Mischung aus deutscher und armenischer Erziehung finden. Mit der Zeit hat sie verstanden: Perfektion ist eine Illusion. Gerade mit ihrer unperfekten Art hat sie vieles richtig gemacht.
Diese Suche nach der perfekten Mischung aus zwei Kulturen haben wir schon oft am Küchentisch besprochen. Aber schwarz auf weiß trifft es nochmal anders.
Ihren Beitrag findest du in voller Länge in den Kommentaren unter meinem eigenen Beitrag zur Blogparade.
SONA: DAMIT HABE ICH ALS MUTTER NICHT GERECHNET - ALS MIR DAS PRADA-TÄSCHCHEN EGAL WURDE
Auch ich habe natürlich mitgemacht, mit meinem eigenen Beitrag über das Prada-Täschchen, das mir irgendwann komplett egal wurde.
Und über etwas, das mich mehr beschäftigt hat als das Täschchen selbst: dass mein eigenes Kind mich schärfer verletzen kann als jeder fremde Mensch es je könnte. Und dass genau diese Nähe im gleichen Moment auch die tiefste Liebe möglich macht.
Sonst sitze ich in diesen Geschichten auf der anderen Seite und höre zu. Diesmal musste und durfte ich meine eigene Geschichte erzählen. Aber genau das gehört für mich zu dieser Blogparade dazu: nicht nur zuhören, sondern auch selbst erzählen.
WAS DIESE NEUN GESCHICHTEN GEMEINSAM HABEN
Neun Geschichten, eine Frage. Und trotzdem lesen sie sich alle komplett unterschiedlich. Was bleibt, ist nicht die einzelne Situation, sondern der Moment, in dem klar wird: Ich war darauf nicht vorbereitet und musste trotzdem damit zurechtkommen.
Das Eindrucksvollste für mich war dabei etwas anderes, als ich erwartet hatte. Keine einzige dieser Geschichten handelt eigentlich vom Kind. Sie handeln alle davon, wer die Mutter oder der Vater in diesem einen Moment sein wollte. Genau daran arbeite ich auch in meinem Elterncoaching: nicht am Verhalten des Kindes, sondern an der Haltung dahinter.
Womit hast du nicht gerechnet, bevor du Mutter oder Vater wurdest?
DAMIT HABE ICH ALS MUTTER NICHT GERECHNET - UND DU?
Die Blogparade ist offiziell am 2. August 2026 zu Ende gegangen. Weitere Beiträge nehme ich trotzdem weiterhin gerne auf.
Ich wünsche mir, dass noch mehr Eltern den Mut finden, genau diese Momente aufzuschreiben, die unfertigen und ungeschönten, in denen nichts so lief wie geplant und wir uns gegenseitig zeigen, dass Elternsein bei niemandem nach Plan läuft.
Ein ganz großes und herzliches Dankeschön an alle neun, die ihre Geschichte geteilt haben!
Schreib mir deine Geschichte, als Blogartikel, als Instagram-Beitrag mit #CheerleadingMutter oder einfach als Kommentar unter meinem Aufruf. Ich freue mich auf jede einzelne. 🩷

Sieben Wochen lang kamen Geschichten rein, jeden Tag eine neue - und keine einzige glich der anderen.