76 Tipps aus 15 Jahren Coaching-Erfahrung für mehr Präsenz statt Macht in deiner Familie

Elterncoachin Sona Terlohr mit 76 Sätzen aus 15 Jahren Elterncoaching für mehr Präsenz in der Familie

Woher diese 76 Sätze aus 15 Jahren Elterncoaching stammen

Seit 15 Jahren coache ich Menschen, seit einigen Jahren als Elterncoach vor allem Eltern und pädagogische Fachkräfte in herausfordernden Familiensituationen. Auf diesem Blog sind mittlerweile über 40 Artikel entstanden. Als ich sie mir kürzlich noch einmal alle nacheinander durchgelesen habe, ist mir etwas aufgefallen: Immer wieder tauchen dieselben Sätze auf. Sätze, die ich Eltern im Coaching sage und Sätze, die ich mir selbst als Mutter sage.

Also habe ich sie zusammengetragen. Es sind die Sätze, die ich in Gesprächen, in meinem eigenen Familienalltag und in meinen Blogartikeln der letzten Monate immer wieder mitgebe, weil sie sich in der Praxis bewährt haben und weil ich einen Teil davon selbst gebraucht habe.

Manche dieser Sätze sind einfache, direkte Handlungsanweisungen. Andere sind Fragen, die du dir stellen darfst, wenn es gerade um Beziehung, Scham oder deine eigene Geschichte als Elternteil geht. Ich habe versucht, beides sauber auseinanderzuhalten: Wo eine klare Handlung reicht, sage ich sie dir direkt. Wo es um dich, deine Familie und eure Dynamik geht, lade ich dich eher ein, selbst hinzuschauen.

Sortiert ist die Sammlung in acht Kapitel, quer durch alle Themen, die in meiner Arbeit immer wieder auftauchen. Innerhalb der größeren Kapitel findest du zusätzlich kleine Zwischenüberschriften, damit du schneller zu dem Abschnitt springst, der gerade zu deiner Situation passt. Mehr zu meinem Weg vom Coaching zur Neuen Autorität erfährst du auf meiner Über-mich-Seite.

Kurz gesagt:
Diese Sammlung bündelt 76 kurze Sätze aus 15 Jahren Elterncoaching und Neuer Autorität: konkrete Handlungsschritte für Konflikte, Grenzen und Beziehung, dazu Coaching-Fragen für Scham, Selbststeuerung und schwierige Familienphasen. Jeder Satz stammt aus echter Praxis. Nutze sie als schnellen Impuls für den Alltag, nicht als Checkliste zum Abarbeiten.
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Elterncoaching als Weg (3 Tipps)

1. Wenn du nach Unterstützung suchst, frag dich: Brauchst du gerade eher Analyse, um Zusammenhänge zu verstehen, oder Stärkung, um wieder handlungsfähig zu werden? Mehr zum Unterschied liest du im Artikel Erziehungsberatung oder Elterncoaching, was passt gerade besser.

2. Wenn die Angst größer wird als das Vertrauen oder eure Gespräche ganz abbrechen, hol dir Unterstützung, zum Beispiel bei einer Erziehungsberatungsstelle.

3. Schau dir dein persönliches Unterstützungs-Dorf an: Wer steht wirklich hinter dir, wem vertraust du, und wo darfst du klarer um Hilfe bitten? Mehr dazu, warum dieses Dorf so wichtig ist, findest du in der Geschichte hinter Elterncoaching und Neuer Autorität.

Neue Autorität verstehen (Grundlagen) (3 Tipps)

4. Mach dir bei jeder Grenze, die du ziehst, bewusst: Du kämpfst um dein Kind, nicht gegen es.

5. Mach dir bewusst, welche "Vitamine" der Neuen Autorität, zum Beispiel Präsenz, Transparenz oder Beziehung, bei dir gerade gut versorgt sind und wo ein Mangel spürbar ist. Das ist ein Hinweis, wo du ansetzen kannst. Was diese Vitamine genau sind, erkläre ich in Neue Autorität und Systemische Präsenz in der Grundschule.

6. Frag dich mitten im Konflikt: Bin ich gerade präsent, sehe und höre ich mein Kind?

Konflikte lösen & Grenzen setzen (17 Tipps)

Grundsätzlich

7. Wenn du schwierige Neuigkeiten über dein Kind teilst, zum Beispiel eine Diagnose, und jemand endlos mitreden will: Leg dir einen ruhigen klaren Satz parat und beende das Gespräch damit, statt es immer wieder neu zu führen. Wie das konkret gehen kann, zeige ich in die ADHS-Diagnose deines Kindes mit Neuer Autorität begleiten.

8. Warte mit deiner Reaktion, bis sich eine Situation beruhigt hat, und komm dann mit einer Idee zurück statt mit einer Strafe.

9. Kündige abends an, was am nächsten Tag ansteht, zum Beispiel die Bettzeit, statt es morgens neu zu verhandeln, und du musst nicht jedes Argument beantworten.

10. Formuliere deine Position ruhig und in wenigen Worten, statt dich in endlosen Erklärungen und Rechtfertigungen zu verlieren.

11. Versuch nicht, mitten in der Eskalation ein klärendes Gespräch zu führen. Schmiede das Eisen, wenn es kalt ist, und warte den richtigen Moment ab. Ausführlicher beschreibe ich das in Konflikte im Familienalltag lösen.

12. Lass deinem Kind bei einem Streit mit Freunden oder in der Schule die Verantwortung, statt sofort einzugreifen und die Lösung vorzugeben. Begleite, statt zu kontrollieren.

13. Wenn sich ein Konflikt ständig wiederholt, frag dich: Geht es wirklich um Hausaufgaben oder Medienzeit, oder steckt dahinter der Wunsch nach mehr Autonomie oder Aufmerksamkeit?

14. Formuliere deine Grenze ruhig und klar, zum Beispiel: "Das können wir nicht akzeptieren, aber du bist uns wichtig." Ganz ohne Diskussion und ohne Drohung. Mehr dazu in Neue Autorität und Systemische Präsenz im Alltag.

15. Frag dein Kind nach einem Fehltritt: Wie können wir das wiedergutmachen und deinen guten Ruf wieder herstellen? Das wirkt oft mehr als Strafe.

Bei Geschwisterstreit

16. Frag beim nächsten Geschwisterstreit nicht "Wer hat angefangen?", sondern probier es mit: "Ihr steckt gerade beide mittendrin. Kriegt ihr das allein hin, oder braucht ihr kurz Abstand?" Mehr Beispiele dafür findest du in Geschwisterstreit schlichten ohne Richterin zu spielen.

17. Wenn sich ein Streit zwischen deinen Kindern immer wiederholt, sprich das nicht mitten im Streit an, sondern in einem ruhigen Moment ohne Vorwurf. Eine Mutter aus meinem Coaching hat genau das gemacht: nicht mitten im Streit, sondern an einem ruhigen Sonntagabend gemeinsam mit ihren Kindern einen Plan für die Fernbedienung ausgehandelt. Der Streit war danach nicht komplett verschwunden, aber sie musste nicht mehr jedes Mal Richterin sein.

18. Lass deine Kinder kleinere Streitigkeiten ohne Gewalt selbst klären, statt sofort als Richterin einzugreifen. Ich kenne diesen Reflex auch aus der eigenen Küche: schnell schlichten, schnell Ruhe herstellen, weil Streit unangenehm ist. Mehr dazu in Geschwisterstreit schlichten ohne Richterin zu spielen.

19. Greif bei Geschwisterstreit sofort ein, wenn es körperlich wird, ein klares Kräfteungleichgewicht besteht oder sich ein Muster wiederholt, bei dem immer dasselbe Kind ausgegrenzt wird.

Bei Konflikten mit Jugendlichen

20. Wenn dein Kind später als vereinbart nach Hause kommt und Erleichterung und Wut gleichzeitig in dir hochkommen, warte mit dem Gespräch bis zum nächsten Tag, wenn du in Ruhe weißt, was du sagen willst.

21. Frag dich beim nächsten Streit mit deinem Teenager: Kämpfe ich gerade gegen mein Kind, oder für unsere Beziehung?

22. Kläre für dich, was in eurer Familie wirklich nicht verhandelbar ist, und was du gerade getrost ignorieren darfst, wie zum Beispiel Unordnung im Zimmer. Weitere Gedanken dazu in Hilfe bei Konflikten mit Jugendlichen.

23. Wenn du dir Sorgen machst, sag es offen, zum Beispiel: "Wir machen uns Sorgen um dich, deshalb fragen wir dich jetzt, bevor du das Haus verlässt."

Beziehung & Bindung stärken (14 Tipps)

24. Frag deine Kinder ruhig mal ganz ohne Anlass, nicht erst wenn es kracht: Wie geht es dir eigentlich gerade mit mir, was wünschst du dir von mir? Und dann hör wirklich zu, auch wenn erstmal nichts kommt.

25. Wenn dein Kind auf einmal wieder mehr klammert als sonst, frag dich: Was fehlt ihm gerade wirklich, statt zu denken, es sei nur verwöhnt.

26. Plane eine feste Viertelstunde am Tag nur für dein Kind ein, ganz allein und ganz ohne Handy, ohne Ausnahme.

27. Wenn dir ein Fehler gegenüber deinem Kind passiert ist, trau dich zu einer bewussten Geste der Wiedergutmachung, statt nur zu entschuldigen und abzuhaken.

28. Frag dich, was du dir langfristig für die Beziehung zu deinem Kind wünschst, nicht nur, wie der nächste Streit gelöst wird. Eine Mutter erzählte mir einmal von den täglichen Kämpfen ums Aufstehen und die Hausaufgaben, nichts half wirklich. Erst als wir uns fragten, was sie sich langfristig wünscht, sagte sie: "Ich will, dass er weiß: Ich bin für ihn da, auch wenn er schwierig ist." Diesen Gedanken führe ich weiter aus in Werte, Beziehung und Verantwortung in der Erziehung.

29. Bring den Lieblingspudding trotzdem vorbei, auch wenn sich im Zimmer deines Teenagers schon wieder das Geschirr stapelt. Lass eine Zurückweisung durchs andere Ohr raus und tu es trotzdem, ohne zu übertreiben. Mehr Beispiele in Hilfe bei Konflikten mit Jugendlichen.

30. Kläre für dich, welche Rolle eine neue Partnerin oder ein neuer Partner in eurem Alltag übernehmen soll, das schützt eure Bindung. Nicht jede erwachsene Person im Haushalt muss automatisch mit-erziehen. Mehr Gedanken dazu in Elterncoaching für Alleinerziehende.

31. Setz nach einem Streit eine kleine Geste der Zuwendung, eine kurze Umarmung, ein späteres Gespräch. Sie zeigt: Eure Verbindung steht nicht zur Disposition.

32. Bleib präsent, auch wenn es unbequem ist. Schon ein ruhiger Blick oder einfach Dableiben zeigt deinem Kind: Mit mir ist zu rechnen.

33. Beschreibe statt zu bewerten: Statt "Toll gemacht" sag lieber "Ich habe gesehen, wie sorgfältig du das gemacht hast." Als ich vor über zwanzig Jahren meine kleine Friseurkette geführt habe, habe ich zum ersten Mal erlebt, wie stark echte Wertschätzung Menschen verändert. Wie du das in deiner Familie konkret umsetzt, beschreibe ich in Beziehungsgesten im Familienalltag.

34. Mach heute eine kleine Beziehungsgeste ohne Bedingung, eine Nachricht, eine Postkarte, das Lieblingsessen, unabhängig davon, wie sich dein Kind gerade verhalten hat.

35. Wenn deine Geste abgelehnt wird, nimm es nicht persönlich. Es geht nicht um das Geschenk, es geht um Nähe.

36. Frag dich, welche Beziehungsgesten du aus deiner eigenen Kindheit kennst, und welche du heute bewusst weitergeben möchtest.

37. Denk daran: Keine Erziehung ohne Beziehung. Vergewissere dich, dass die Verbindung zwischen euch stabil ist, bevor du eine Grenze setzt. Mehr dazu in Präsenz, Beziehung und Führung in der Erziehung.

Eigene Selbststeuerung als Elternteil (19 Tipps)

Grundsätzlich

38. Wenn du dich traust, ein schwieriges Thema in einer Gruppe als Erste oder Erster offen anzusprechen, gibst du oft auch anderen den Mut, dasselbe zu tun.

Ein Vater hat mir erzählt, wie er sich auf dem ersten Elternabend der neunten Klasse offen zu Wort gemeldet und zugegeben hat, dass sein Sohn kifft. Danach haben ihn zwei andere Eltern einzeln angesprochen, die sich in der großen Runde nicht getraut hatten, dasselbe zuzugeben, und er hat sich danach nicht mehr so allein gefühlt. Wenn du wissen willst, warum das kein Zeichen von Schwäche ist, lies warum Hilfe holen kein Versagen ist.

39. Wenn du merkst, dass du gerade laut wirst, geh kurz raus und komm zurück, wenn du ruhiger bist, statt die Situation im Moment weiter anzuheizen.

Ich kenne den Reflex gut, aus eigener Erfahrung als Mutter: die Stimme heben, obwohl ich genau weiß, dass es nichts bringt. Der schlummert bei mir bis heute, auch nach Jahren als Elterncoachin. Mehr über diesen Unterschied in der Unterschied zwischen alter und neuer Autorität.

40. Frag dich bei "störendem" Verhalten, auch bei deinem eigenen, nicht: Was stört gerade? Sondern: Wofür ist gerade zu wenig Raum? Diese Faustregel gebe ich auch Eltern mit, deren Kind gerade in eine ähnliche Schublade gerät. Mehr dazu in wenn dein Kind in der Schule als Störenfried gilt.

41. Wenn du merkst, dass du falsch reagiert hast, schau hin statt es wegzupacken: Was hat dich dorthin gebracht, was hat dir in dem Moment gefehlt?

42. Frag dich nach einem Fehler nicht "Wer hat Schuld?", sondern "Was tue ich jetzt?"

43. Frag dich, wenn dir gleich die Zündschnur reißt: Wie würde ich reagieren, wenn eine gute Freundin mich jetzt so ansprechen würde? Ich verliere noch immer manchmal die Kontrolle und schreie meinen Teenager an. Ich brülle: "Komm sofort wieder runter!" Und danach sitze ich weinend auf dem Rand der Badewanne. So eine Mutter wollte ich nie sein. Mehr dazu in wenn die Elterncoachin selbst laut wird.

44. Frag dich: Was passiert in dir kurz bevor es eskaliert, wird dir heiß, ziehst du dich zurück, drehst du auf? Versuche herauszufinden, ob es “Warnsignale” gibt, dann hast du eher eine Chance zu handeln, statt nur zu reagieren.

45. Wenn du alleinerziehend bist oder als Eltern unterschiedliche Werte habt, und in Machtkämpfen feststeckst: Du darfst anfangen, klarer und ruhiger zu handeln, auch ganz allein und auch wenn sich beim anderen Elternteil nichts ändert.

46. Nimm dir beim nächsten Streit bewusst ein paar ruhige Atemzüge, bevor du reagierst, oder sag: "Ich spreche später mit dir darüber."

47. Warte nicht auf eine perfekte Einigkeit mit deinem Partner oder deiner Partnerin. Deine eigene Klarheit und Ruhe wirken stärker, als du denkst. Mehr dazu in Erziehungsberatung oder Elterncoaching, was passt gerade besser.

48. Wenn dein Kind dich beschimpft, erinnere dich: Du hast keine Kontrolle über sein Verhalten, aber volle Kontrolle über deine eigenen Worte und Entscheidungen.

49. Frag dich am Ende des Tages: Wo habe ich heute eher Kontrolle gezeigt, und wo echte Präsenz?

Rund um Schwangerschaft, Geburt und die erste Babyzeit

50. Wenn dein größeres Kind in der ersten Babyzeit plötzlich nur noch an dir allein klammert, frag dich, wer noch einspringen könnte, ein Partner, eine Oma, ein Pate.

51. Nimm nach einem Kaiserschnitt alle Schmerzmittel an, die dir angeboten werden, am nächsten Tag ist es meist schon spürbar besser. Ich war sehr enttäuscht, als die Hausgeburt abgebrochen werden musste und ein Kaiserschnitt notwendig war. Der erste Tag danach ist wirklich schlimm, man denkt, man wird nie wieder eine Verbindung zum unteren Körper haben. Am nächsten Tag ist es unvorstellbar besser. Weitere ehrliche Erfahrungen dazu in damit habe ich als Mutter nicht gerechnet.

52. Such dir im Wochenbett eine gute Hebamme und nimm jede Unterstützung an, die du bekommen kannst.

53. Vertrau gerade in dieser unsicheren ersten Zeit auf dein Bauchgefühl, du bist die Expertin für dein Kind.

54. Such dir Gleichgesinnte, zum Beispiel über einen Babykurs, und bitte aktiv um Unterstützung, statt darauf zu warten, dass sie von allein kommt.

In den Wechseljahren

55. Wenn du merkst, dass du schneller explodierst als früher, sieh das nicht als Charakterfehler, sondern als Signal, genauer hinzuschauen. Meine Frauenärztin hatte mich beim Check-up gefragt: "Na, Sie sind ja nun auch schon am Beginn der Wechseljahre?" Ich bin fast vom Stuhl gefallen. Ich wusste nichts. Gar nichts.

56. Hol dir Entlastung: Sprich mit Freundinnen, die das kennen, oder mit einer Ärztin, die sich auskennt, und wenn deine das Thema abtut, such dir eine andere. Ich selbst habe mich für bioidentische Hormone entschieden, eine individuelle Entscheidung, über deren Wirkung ich mir ehrlich gesagt nicht immer sicher bin. Was mir wirklich geholfen hat, war etwas anderes: mich mit dem Thema auseinanderzusetzen, mich zu informieren, mich auszutauschen. Das hat mich aus einer Art Hilflosigkeit rausgeholt. Mehr dazu in Selbststeuerung in den Wechseljahren.

Scham & Selbstzweifel überwinden (8 Tipps)

57. Zeig deine Scham auch mal vor deinen Kindern, nicht nur vor Erwachsenen. Du machst ihnen damit vor, dass man darüber sprechen darf, statt sie zu verstecken.

58. Wenn dir eine andere Mutter etwas anders macht als du, frag dich, ob du es wirklich kommentieren musst. Nur weil es dir nicht gefällt, muss es nicht falsch sein.

59. Frag dich, was du dir selbst gerade nicht eingestehen willst.

60. Du musst nicht perfekt oder heroisch sein, um eine gute alleinerziehende Mutter oder ein guter alleinerziehender Vater zu sein. Du darfst dich begleiten lassen. Mehr Gedanken dazu in Elterncoaching für Alleinerziehende.

61. Schon die Suche nach Hilfe ist ein erster Schritt. Allein dass du dich fragst, wer dir helfen könnte, heißt Verantwortung zu übernehmen.

62. Wenn du merkst, dass du dich schämst, frag dich auf einer Skala von 1 bis 10: Wie stark ist meine Scham gerade wirklich? Im Elterncoaching frage ich Eltern genau danach, nach ihrer Schmerz- beziehungsweise Schamskala. Mehr dazu in Scham bei Eltern verstehen und auflösen.

63. Erlaube dir Fehler. Du darfst dich entschuldigen, korrigieren und jeden Tag neu anfangen.

64. Sprich mit einer Freundin, deinem Partner oder deiner Partnerin über das, wofür du dich schämst. Isolation verstärkt Scham, Offenheit löst sie.

Besondere Situationen (ADHS & Schule) (6 Tipps)

65. Sprich mit deinem Kind über eine Diagnose altersgerecht und ohne Drama. Vermutungen im Kopf eines Kindes sind fast immer schlimmer als die Wahrheit.

66. Lass dich von Schule oder Behörden nicht ins Bockshorn jagen. Frag nach, hak nach, und wenn eine Fachperson dich mit einem Achselzucken abspeist, such dir eine andere. Ich kenne es auch aus eigener Erfahrung: Auf meine Frage an einen Psychiater, was man neben den Medikamenten noch tun könnte, kam nur ein Achselzucken und ein "Keine Ahnung, vielleicht ein bisschen Yoga." Nicht mal einen Flyer zu einer Selbsthilfegruppe hat er mir in die Hand gedrückt. Mehr dazu in die ADHS-Diagnose deines Kindes mit Neuer Autorität begleiten.

67. Bau dir ein Netzwerk auf, auf das du dich wirklich verlassen kannst, andere Eltern in ähnlicher Lage, eine Selbsthilfegruppe oder eine Fachperson deines Vertrauens.

68. Wenn dein Kind in der Schule schnell als Störenfried gilt, schau genauer hin, ob dahinter vielleicht Unterforderung steckt. Nervig, besserwisserisch, altklug und arrogant, so haben andere eins von unseren drei Kindern in der Grundschule beschrieben, und ehrlich gesagt hätten wir zuhause manchmal genickt. Wir hatten bis dahin gar kein Problembewusstsein. Erst als die Schulleiterin im Elterngespräch von den Sonderaufgaben erzählte, wurden wir überhaupt aufmerksam. Mehr dazu in wenn dein Kind in der Schule als Störenfried gilt.

69. Frag dich bei auffälligem Verhalten deines Kindes: Was sind seine Talente und Interessen, und wo gibt es dafür Raum, selbst in einem starren System wie der Schule? Bei uns wurde daraus eine kleine "Assistenz"-Rolle: mitdenken, organisieren, und bei Schulführungen für Hospitantinnen und Hospitanten Fragen zum Konzept beantworten. Genau in diesen Momenten ist unser Kind aufgeblüht.

70. Wenn dein Kind Routineaufgaben verweigert, lies das eher als Signal als als Trotz, und frag nach, was dahintersteckt.

Wenn Kinder älter werden & loslassen (6 Tipps)

71. Wenn dein Kind volljährig wird, darfst du dich Stück für Stück zurücknehmen, von der ersten Anlaufstelle für alles hin zu Begleitung und Beratung. Mehr dazu in was sich mit 18 in der Eltern-Kind-Beziehung ändert.

72. Setzt euch einmal gemeinsam hin und sprecht offen darüber, was sich mit der Volljährigkeit verändert. Nicht um alles sofort zu klären, sondern um es einmal gesagt zu haben.

73. Erlaube dir, Stolz und Loslassen gleichzeitig zu fühlen, wenn dein Kind erwachsen wird. Beides darf gleichzeitig da sein. Ich habe bestimmt vieles falsch gemacht, aber auch vieles richtig gut. Ich habe mir Mühe gegeben und bin als Mutter so gut, wie ich sein kann.

74. Wenn dich die Zukunft ängstigt, während dein Kind erwachsen wird, probier dieses Mantra aus: Jetzt und hier. Die Zukunft macht mir selbst Angst, deshalb halte ich mich an mein Motto "Jetzt und hier", mein persönliches Mantra dazu ist ein armenisches Wort, "hima", zu Deutsch: Jetzt. Mehr dazu in wenn das Kind mit dem 18. Geburtstag erwachsen wird.

75. Frag dich, wenn ihr euch auseinanderlebt: Wo wollen wir uns treffen, zu Weihnachten, bei Besuchen, im Urlaub oder im Alltag? Das frage ich mich selbst noch immer wieder, wenn ich merke, wie unser Leben in unterschiedliche Richtungen geht.

76. Erlaube dir, die unterschiedlichen Lebenswege deines erwachsenen Kindes zu akzeptieren, auch wenn sie nicht deinen eigenen Vorstellungen entsprechen. Ich sehe bei meinen eigenen Kindern ganz unterschiedliche Wege und muss lernen, auch diese zu akzeptieren.


Zum Schluss: Dein nächster Schritt im Familienalltag

Das sind 76 Sätze aus 15 Jahren Coaching-Erfahrung und aus dem, was mir mein eigener Familienalltag beigebracht hat. Keiner davon ist eine Garantie, und keiner ersetzt einen Blick auf eure ganz konkrete Situation. Was für die eine Familie der richtige Satz zur richtigen Zeit ist, kann für eine andere völlig daneben liegen.

Wenn du mehr brauchst als einen Satz, nämlich jemanden, der mit dir gemeinsam auf eure Situation schaut, schau dir gern mein Elterncoaching-Angebot für herausfordernde Familiensituationen an.

Häufige Fragen
Was ist Neue Autorität in der Erziehung?
Neue Autorität ist ein Elternkonzept, bei dem ich als Elternteil präsent und klar bleibe, ohne Macht, Druck oder Drohungen einzusetzen. Es geht um Beziehung statt Kontrolle - genau das versuche ich mit jedem der 76 Sätze in diesem Artikel greifbar zu machen.
Wie fange ich am besten mit Präsenz statt Macht an?
Ich empfehle, mit einem einzigen Satz aus dieser Sammlung zu starten, der dich gerade am meisten anspricht, statt alles auf einmal umsetzen zu wollen. Präsenz wächst durch kleine, wiederholte Momente - nicht durch eine komplette Verhaltensänderung über Nacht.
Funktionieren diese Sätze auch bei Jugendlichen?
Ja, viele der Sätze sind sogar besonders wirksam bei Jugendlichen, weil sie auf Beziehung statt auf Kontrolle setzen. Die Prinzipien der Neuen Autorität wirken unabhängig vom Alter - ob Kita-Kind oder Teenager.
Woher stammen diese 76 Sätze?
Sie stammen direkt aus meiner Coaching-Praxis - aus echten Gesprächen mit Eltern und aus meiner Weiterbildung zur Neuen Autorität am Institut Weinheim bei Dennis Haase. 15 Jahre Coaching-Erfahrung stecken im Handwerk dahinter, meinen Schwerpunkt Elterncoaching nach Neuer Autorität lebe ich seit meiner Ausbildung 2025. Keiner der Sätze ist am Schreibtisch erfunden.
Muss ich alle 76 Sätze auf einmal umsetzen?
Nein, auf keinen Fall. Ich rate dir, dir einen oder zwei Sätze herauszupicken, die gerade zu deiner Situation passen, und erst mit denen zu arbeiten.
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Sona Terlohr – Elterncoach
Sona Terlohr

Sona Terlohr, M.A. (sie/ihr)

Elterncoach | Systemische Präsenz & Neue Autorität

ÜBER MICH: Ich begleite Eltern in herausfordernden Familiensituationen mit Klarheit, Beziehung und Haltung. Ich liebe es, echte Gespräche zu führen, die etwas in Bewegung bringen – im Coaching, in Workshops, im Netzwerk. Und hier in meinem Blog. Seit 2025, nach Abschluss meiner Weiterbildung am Institut Weinheim bei Dennis Haase, liegt mein Schwerpunkt auf Elterncoaching nach Neuer Autorität.

Manchmal beginnt Veränderung genau in dem Moment, in dem du aufhörst zu kämpfen – und anfängst, präsent zu sein.

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