Monatsrückblick Juli 2026: Warum für mich jetzt Neujahr beginnt
Jetzt im Juli ist die Zeit der Halbjahresbilanzen. Sieben Monate sind rum, Zeit für einen Zwischenstand. Eigentlich tickt mein Jahr anders: nicht am 1. Januar beginnt bei uns etwas Neues, sondern am 13. August, wenn in Bremen die Schule wieder losgeht. Dann dreht sich bei uns zu Hause alles neu: Rhythmus, Verantwortung, Kalender. Also unser Neujahr, weil alle Karten neu gemischt werden und es dann heißt: Auf ein Neues! (Schuljahr!)
Diesen Monatsrückblick habe ich trotzdem zum sortieren genutzt. Was ist im Juli passiert, geschäftlich und privat, und was bedeutet das für mein ganz eigenes Neujahr ab August?
In meinem Jahresrückblick 2025 habe ich Ziele für dieses Jahr aufgeschrieben. Nun ist also auch Zeit für einen kleinen Abgleich mit meinen Zielen für 2026.
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Mein Kind ist ein Störenfried
Drei Artikel sind im Juli online gegangen. Aber das große Feedback auf diesen Artikel hat mich überrascht: die überarbeitete Fassung von „Mein Kind ist ein Störenfried, bis eine Schulleiterin genau hingeschaut hat". Ich hatte mit einem soliden Artikel gerechnet, mit dem üblichen Zuspruch. Bekommen habe ich deutlich mehr Kommentare, Nachrichten und Reaktionen von Menschen, die sich zum ersten Mal getraut haben mir zu schreiben.
Der Grund liegt vermutlich schon am Titel selbst. „Mein Kind ist ein Störenfried" ist im Grunde ein Geständnis, genau wie mein Artikel „Ich schreie mein Kind an - dabei bin ich Elterncoachin". Wer so eine Rückmeldung aus der Schule bekommt, kämpft meistens nicht nur mit dem Verhalten des Kindes, sondern auch mit der Frage, ob man selbst versagt hat. Genau diese Scham nimmt der Artikel ein Stück weit, weil er zeigt: Das ist kein Erziehungsversagen, das ist ein System, das genauer hinschauen muss.
Das hat mir auch bei meinem SEO- und GEO-Projekt diesen Monat noch mal klar gemacht, wonach Eltern eigentlich suchen. Niemand googelt „Neue Autorität" oder „Elterncoaching", solange er mich noch nicht kennt. Gesucht wird das eigene Problem, ganz konkret: Kind stört im Unterricht, schlechte Rückmeldung von der Lehrerin, bin ich schuld. Der Störenfried-Artikel hat das getroffen, ohne dass ich ihn dafür gebaut hätte. Geschrieben habe ich den Artikel übrigens Dank der Inspiration und Motivation durch die BLogparade von Susanne Burzel 🙏 Die Lektion für mich: lieber öfter über das schreiben, was tatsächlich weh tut, statt über die Fachbegriffe, die ich selbst benutze.
Meine erste Blogparade
Mitte Juni hatte ich zum ersten Mal zu einer Blogparade aufgerufen: „Damit habe ich als Mutter nicht gerechnet", mit dem Hashtag #CheerleadingMutter. (Fun Fact: Natürlich findest du unter dem # auf Instagram auch jeden Menge Cheerleader Fotos….das war mir irgendwie nicht so klar, als ich den # gesetzt habe 😅 🙈) Ich habe mich so über die Resonanz gefreut! Vier eigene Geschichten und Artikel zu meinem Thema sind entstanden und einige ausführliche Kommentare und Resoanz zum Thema. So toll zu erleben, wie unterschiedliche Beiträge zu einem Thema entstehen und so Unterschiede und Gemeinsamkeiten sichtbar werden! 🩷
Mein eigener Beitrag, über das Prada-Täschchen, das mir irgendwann komplett egal wurde, hat mir schon beim Schreiben so viel Freude gemacht, auch wenn mit einer gewissen Melancholie verbunden war. Es ist und bleibt einfach ein berührendes Thema für mich. Am 2. August endet die Blogparade offiziell. Aber natürlich bist du herzlich eingeladen, auch über das Datum hinaus noch deine persönliche Geschichte unter meinem Aufruf zu verlinken! Ich lese jede Geschichte und freu mich sehr!
Halbjahresbilanz oder Neujahr im August?
Sieben Monate von 2026 sind vorbei. In meinem Jahresrückblick 2025 hatte ich mir sieben Ziele aufgeschrieben: 1 bis 4 Artikel im Monat schreiben, im Schnitt 5.000 Schritte am Tag gehen, meinen Jahresumsatz verdoppeln, mein Coaching-Angebot schärfen, den Etsyshop ausbauen, mehr Leichtigkeit bei der Sichtbarkeit und mutig entscheiden. Diesen Monat habe ich mir die Liste noch einmal vorgenommen.
Beim Schreiben liege ich gut im Rennen. Drei bis vier Artikel im Monat sind inzwischen Normalität, nicht mehr die Ausnahme. Bei der Sichtbarkeit hat mich die Blogparade einen echten Schritt weitergebracht, weil ich zum ersten Mal aktiv andere eingeladen habe mitzumachen, statt nur selbst zu schreiben. Beim Etsyshop muss ich ehrlich sagen: liegt brach. Nicht aus Versehen, sondern weil im Alltag andere Dinge Vorrang hatten. (Aber ich habe noch so viele Ideen - ich werde im Herbst noch einen Anlauf starten!)
Und dann kam mir wieder die Frage nach unserem Jahresrythmus in den Sinn - seit unser Familienleben so stark vom Schulsystem geprägt wird - ist das hier gerade Halbjahresbilanz, oder ist das schon fast Neujahr?
Am 13. August beginnt in Bremen das neue Schuljahr, und für Familien, deren Alltag an Schule hängt, ist das doch eher der eigentliche Jahreswechsel, oder? Nicht der 1. Januar mit guten Vorsätzen im Halbschlaf zwischen den Jahren, sondern der Tag, an dem Stundenpläne, Vereinstermine und Zuständigkeiten neu sortiert werden. Bei uns zu Hause fängt dann wirklich ein neues Jahr an, alles kann über den Haufen geworfen werden, sowohl organisatorisch als auch emotional (z.B. durch Schulwechsel).
Deshalb mache ich die Halbjahresbilanz aber trotzdem - auch wenn sie mich gleichzeitig sofort stresst und ich mich dabei ertappt hatte kurz zu denken: bald ist ja schon wieder Weihnachten...
Was lief gut, was nicht, was nehme ich mit in die zweite Jahreshälfte? Aus der Neuen Autorität liebe ich den Satz: Schmiede das Eisen, wenn es kalt ist. Klärende Gespräche mit Kindern führt man nicht mitten im Streit, sondern bereitet sie in ruhigen Momenten vor. Für mich gilt das gerade fürs eigene Business genauso. Jetzt, im ruhigeren Sommer, ist das Eisen kalt genug, um in Ruhe zu planen, bevor im August wieder alles gleichzeitig losgeht.
Vielleicht geht es dir gerade genauso. Wo willst du in der zweiten Jahreshälfte vorankommen? Oder, wenn bei euch auch alles am Schuljahr hängt: im neuen Jahr? Was steht bei dir schon lange auf einer deiner persönlichen To-Want-Liste? Vielleicht versteckst du ganz heimlich hinten im Kopf: „Das müssen wir wirklich endlich angehen." oder “So geht es nicht weiter.” Wenn du fast Angst vorm Ende der Ferien hast und denkst, so wie letztes Schuljahr geht das nicht nochmal, dann ist jetzt, in den ruhigeren Wochen, ein guter Moment für den ersten Schritt. Und der erste Schritt kann auch einfach ein Kennenlerngespräch sein. Mehr braucht es oft nicht, um sagen zu können: Ich habe endlich angefangen. 🩷
Was im Juli 2026 sonst noch los war
Der Sommerferienstart: Anfang Juli ist bei uns mit einem kleinen Ritual verbunden. Der dänische Familientherapeut Jesper Juul, einer der bekanntesten seines Fachs in Europa, hat mal gesagt, dass wir Eltern uns bei unseren Kindern dafür bedanken sollen, dass sie wieder ein Schuljahr durchgezogen haben. Als ich das zum ersten Mal gelesen habe, fand ich das ehrlich gesagt befremdlich. Zur Schule gehen zu können ist doch ein Privileg, dachte ich, wofür sollte ich mich dafür extra bedanken?
Mittlerweile sehe ich das anders. Ein Schuljahr ist für ein Kind anstrengend, egal wie viel Glück wir Erwachsenen darin sehen - wenn’s gut läuft. Darum haben wir auch dieses Jahr das Schuljahresende richtig gefeiert, mit einem schönen Abendessen, und wir haben es auch wirklich ausgesprochen, nicht nur gedacht. Dank und Anerkennung für ein anstrengendes Jahr. Wer mehr von Jesper Juul lesen will: Sein Buch „Pubertät - wenn Erziehen nicht mehr geht" beschäftigt sich genau mit dieser Übergangszeit.
Dann Langeoog: Zum ersten Mal mit Hund Shunig im Sommer auf unserer Insel. Wir hatten uns die Sommerferien dort immer zu voll vorgestellt, zu viele Menschen, zu wenig Ruhe. Tatsächlich waren wir ganz positiv überrascht, es war überhaupt nicht zu voll. Teilweise hatten wir sogar den Eindruck, z.B. in den Restaurants, dass es weniger Gäste als in der Nebensaison sind…So haben wir nun auch gelernt, was ein Hundestrand ist und hatten 1 Woche eher bekanntes Herbstwetter und die 2. Woche dann richtig Sommer auf der Insel. Das war sehr schön. Wir kommen wieder!
9 AM MAMA CLUB: Am 31. Juli hatte ich noch einen ganz anderen, sehr angenehmen Business-Termin: im 9 AM MAMA Club von Lisa und Buqe, drei Stunden im Clockwise Bremen, 20 Mamas, viele mit Kindern und Babys im Schlepptau, und genug Platz und Raum für alle. Die meisten kannten sich vorher nicht, und trotzdem fühlte es sich sofort an wie eine private Einladung - Dank des so persönlichen und herzlichen Empfangs von Lisa und Buqe. Wir haben uns vorgestellt, mit Namen, Kinderzahl und -alter, und dem Thema, das uns grade ganz besonders beschäftigt: Geschwisterstreit, Abstillen, Perimenopause, die eigene Selbstständigkeit, Selbstfindung, alles war dabei, und ich war beeindruckt, wie offen das sofort in der großen Runde ging.
Dann durfte ich 30 Minuten einen Input zum Thema Konflikte und Gelassenheit geben: „Stay Cool, Mama!” Dafür habe ich die These dargestellt, dass wir alle bestimmten Mustern folgen, die uns in Konfliktsituationen immer wieder reflexhaft reagieren lassen. In meiner Arbeit stelle ich meist diese vier Konflikttypen vor:
Den Vulkan: Es kocht in dir hoch, bevor du's steuern kannst.
Die erschöpfte Rückzieherin: Du bist so müde, dass du irgendwann gar nicht mehr reagierst.
Die Friedensstifterin: Du gibst nach, nur damit endlich Ruhe ist.
Die Kontrolleurin: Mehr Regeln, mehr Struktur - und trotzdem eskaliert es.
Per Fingerzeig-Abfrage war klar: alle vier saßen im Raum. Ich bin übrigens eindeutig ein Vulkan! In einer kurzen Murmelrunde habe ich die Teilnehmerinnen eingeladen sich mit ihrer Tischnachbarin über eigene Konfliktsituationen aus der letzten Woche auszutauschen. Und zum Schluss habe ich das Werkzeug des „Ankers" eingeführt, ein kleines Objekt, z.B ein Knopf in der Hosentasche oder dein Ring am Finger oder ein Satz, als Reminder. Auf meinem Handout habe ich dafür diese zwei Sätze vorgeschlagen: Schmiede das Eisen, wenn es kalt ist. Und: Mach dein Verhalten unabhängig vom Verhalten deines Kindes. An den Kühlschrank gepinnt, wird so ein Anker dich nicht konfliktfrei machen, aber er kann dir die eine Sekunde verschaffen, die reicht, um nicht nur zu reagieren, sondern mit Präsenz zu handeln.
Nach meinem Input habe ich noch viele kleine Gespräche geführt, über Geschwistereifersucht, ADHS und Hochsensibilität, Paarkonflikte, Hormone und Perimenopause, für alles viel zu wenig Zeit, aber allein der Raum, das drängendste Thema einmal auszusprechen, hat vielen sichtlich gutgetan. Eine Mama sagte zu ihrer Nachbarin: „Ach, es fühlt sich so verrückt an, morgens um 9 Uhr bei so einem Event zu sein!" Genau das ist es aber, was Lisa und Buqe mit dem 9AM MAMA CLUB schaffen, einen Ort für Austausch, Sichtbarkeit und Wertschätzung, ganz nach ihrem Motto: „Fill your cup first, Mama“
Und falls dich die vier Konflikttypen neugierig gemacht haben: genau diese Muster stecken auch in meinem Elternquiz, das dir zeigt, welchem Typ du am ehesten folgst 👉 https://www.terlohr-coaching.de/konfliktmuster
Außerdem:
Ein 12. Geburtstag, den wir grad noch am letzten Schultag mit allen Freundinnen herzlich gefeiert haben 🩷
Und natürlich unser Kleingarten, der seit unserem Urlaub täglich reichliche Ernte bietet. Guckt euch mal diesen Kürbistunnel an - ich hoffe, er schafft es noch richtig zu zuwachsen?!?
Kein Ratschlag für Eltern: Elterngespräch in der Schule, schlechte Nachricht über dein Kind
Ab jetzt gibt's hier im Monatsrückblick jeden Monat eine neue feste Rubrik dazu, ganz konkret aus dem Coaching-Alltag: Kein Ratschlag für Eltern. Diesmal geht es um dieses Gefühl:
Du sitzt im Elterngespräch, die Lehrerin fängt an zu erzählen, was gerade nicht gut läuft mit deinem Kind. Und du merkst, wie sich sofort etwas in dir zusammenzieht.
Ich gebe dir hier ausdrücklich keinen Ratschlag. Ich mache Coaching, keine Beratung, das ist ein Unterschied. Ich lade dich ein, folgende Ideen als Unterstützung anzuschauen und auszuprobieren.
Als mir eine Mutter neulich von solch einem Gespräch in der Schule erzählt hat, habe ich an diese drei Säulen der Neuen Autorität gedacht: Deeskalation, Transparenz und Öffentlichkeit.
Deeskalation. Die erste Frage ist gar nicht, was du jetzt sagen sollst. Die erste Frage ist: Bin ich gerade so angefasst, dass ich quasi eskaliere? Oder bin ich ruhig und reflektiert?
Transparenz. Wenn's hochkocht, schluck es nicht runter, sprich es aus. „Puh, das hat jetzt ganz schön reingehauen, damit habe ich nicht gerechnet, ich muss mal kurz durchatmen." Ans Fenster gehen, aufs WC, oder ein Glas Wasser trinken. Wenn das nicht reicht: „Ich bin jetzt sehr aufgeregt und muss das erstmal sacken lassen. Nachher habe ich bestimmt ganz viele Fragen, können wir einen neuen Termin verabreden, oder kann ich Sie anrufen?" Nicht in Scham versinken, sondern genau diese Unsicherheit laut aussprechen.
Geht das Gespräch weiter: erstmal zuhören. In Ruhe, mit Interesse, Wertschätzung und Höflichkeit. Was genau haben Sie beobachtet, was sind Ihre Ideen dazu, haben Sie sich mit anderen im Kollegium ausgetauscht, was schlagen Sie vor, was könnten die nächsten Schritte sein? Haben Sie eine konkrete Bitte an uns?
Öffentlichkeit. Nichts sofort zusagen, nichts sofort vereinbaren. Erstmal Informationen sammeln und diese dann in Ruhe sacken lassen. Tauscht euch als Eltern aus, vielleicht auch mit anderen Bezugspersonen, Großeltern und Freunden. Und dann das erneute Gespräch mit der Schule, mit möglichst konkreten Verabredungen, auch wenn die im ersten Schritt vielleicht ganz klein sind.
Wer recht hat, wer schuld ist, ob das überhaupt stimmt: vielleicht ist das alles gar nicht so wichtig, wie es sich im ersten Gefühl anfühlt.
Fakt ist, die Lehrperson sieht eine Schwierigkeit, und die muss jetzt bearbeitet werden, wie und von wem auch immer. Denn schließlich geht es um eine Erziehungspartnerschaft zwischen Eltern und Pädagog*innen. Und natürlich geht das genauso umgekehrt: auch ihr als Eltern könnt ein schwieriges Thema mit ins Elterngespräch geben. 😊
Ausblick auf August 2026
13.8.: Schuljahresstart, mein eigentliches Neujahr
2.8.: Ende der Blogparade #CheerleadingMutter, danach Wrap-up
Den Etsyshop endlich wieder anfassen
Die ruhigen Augusttage nutzen, um fürs neue Schuljahr vorzuplanen
ein neues Freebie erstellen 😊
Wie ist das bei dir? Eher Halbjahresbilanz oder auch schon Neujahr?
Wenn das dein Thema ist, das du jetzt endlich angehen willst, bevor der Alltag im August wieder übernimmt: Ich arbeite 1:1 mit Eltern und pädagogischen Fachkräften.
Und wenn du jeden Donnerstag meinen Impuls zu Neuer Autorität und einem entspannteren Familienalltag willst: Trag dich gern hier in meinen Newsletter ein.
